X Dinge, die ich in China gelernt habe
Das Leben in Asien ist atemberaubend, man fühlt sich am Puls Aufschwungs, des unaufhaltsamen Wandels gepaart mit dem Wissen 1000jähriger Dynastien der Zeitgeschichte, und zugleich mahnt dich dort täglich ein Weckruf aus der digitalen Zukunft! Zehntausende kulturelle Eindrücke und hunderte faszinierende Menschen in Asien haben mich verändert.
NIHAO!


My second Home Shanghai
Ich versteh nur Chinesisch
Schon lange vor meiner Reise nach Shanghai rätselte ich, wie der Alltag dort wohl sein würde und ob ich das Abenteuer China für ein oder zwei Jahre meistern könnte. Am Tag meiner Abreise, dem 29. August 2016, war ich ein Wrack aus Nervosität, Vorfreude und Abschiedsschmerz. Vor allem die Abschiedsparty am Tag zuvor blieb mir im Gedächtnis: Umgeben von all meinen Freunden wurde mir schlagartig klar, dass ich mein gewohntes Umfeld und meine engsten Vertrauten für eine lange Zeit nicht mehr täglich sehen würde.
Endlich angekommen! Nach 12 Stunden im Flieger wollte ich nur noch in mein neues Zuhause. Das Gelände dort wirkte anfangs extrem unübersichtlich auf mich. Wir lebten im sechsten Stock eines achtstöckigen Hauses in Puxi, im Herzen der French Concession. Das war eine riesige Umstellung, da ich aus Österreich ein Haus mit Garten und Seeblick gewohnt war. In meiner Heimatgemeinde mit ihren 3000 Einwohnern kennt praktisch jeder jeden. In Shanghai war das anders: Obwohl ich jahrelang dort lebte, blieb das Verhältnis zu meinen Nachbarn völlig anonym.
Willkommen in Puxi – French Concession

Leben im Compound

Wachleute vor der Tür und ein Concierge in der Lobby – ich kam mir fast wie ein VIP vor. Dazu noch zwei persönliche Fahrer, die rund um die Uhr beschäftigt waren; es wirkte fast surreal. Mein Bruder erklärte mir jedoch schnell den Hintergrund: Reich waren wir deshalb nicht, es war schlichtweg Mittel zum Zweck. Da man in Shanghai nicht mal eben so einen Führerschein bekommt, waren die Fahrer für den Job meiner Eltern essenziell. Und ohne den Concierge wäre man als Ausländer ohne Sprachkenntnisse oft aufgeschmissen. Für mich blieb das alles trotzdem erst mal sehr ungewohnt, auch wenn der neue Komfort erstaunlich schnell zur Normalität wurde.
Mit ordentlich Jetlag im Gepäck startete ich mein Abenteuer in Shanghai. Mein Bruder Steve übernahm die Führung und zeigte mir unsere neue Nachbarschaft, angefangen bei der „Tomate“, einem Laden direkt um die Ecke. Während das Sortiment dort für meinen europäischen Geschmack eher gewöhnungsbedürftig war, bot ein kleiner Laden 100 Meter weiter immerhin die nötigsten Basics an. Mein persönliches Highlight war jedoch das vertraute blau-silberne Logo im Kühlregal: Original Red Bull. Da ich damals ein echter Junkie war, wurde ich dort zum Dauergast. So absurd es klingt, aber in der fremden Megacity gab mir diese Dose immer ein kurzes, vertrautes Gefühl von zu Hause.
Shanghai – Weltmetropole

Daily Starbucks

Selbst der Starbucks fünf Minuten entfernt wurde zur Herausforderung. Zehn Minuten Erklärungsnot für einen Cappuccino und ein French Toast endeten in einem einsamen Caffè Latte ohne Beilage. Willkommen in der Realität: In China ist Englisch oft nutzlos. Von da an setzte ich auf Zeichensprache mit Händen und Füßen und fing schließlich doch an, die wichtigsten Brocken Chinesisch zu lernen, um im Alltag zu überleben.
Chinesische Tischmanieren sind ein Kapitel für sich. Der Unterschied zu unserem europäischen Stil ist gewaltig, und damit meine ich nicht nur die Essstäbchen. Wenn ich ehrlich bin, können einen die lokalen Sitten anfangs echt herausfordern: Schlürfen, Schmatzen oder Rülpsen gelten oft als völlig normal. In vielen Restaurants war es damals sogar noch üblich, sich mitten am Tisch eine Zigarette anzuzünden. Das Verrückte war: Weder die anderen Gäste noch die Kellner hätten sich je beschwert. Man wollte dem Gegenüber nicht das „Gesicht rauben“ (Mianzi), stattdessen brachte man einem wortlos einen Aschenbecher. (Das hat sich über die Jahre zum Glück stark geändert.)
Ein weiteres Erlebnis ist die Trinkkultur: Oft wird extrem teurer Schnaps, der berühmte „Baijiu“, bestellt, nur um zu zeigen, was man sich als Gastgeber leisten kann. Dann beginnt das Spiel: Je mehr du trinkst, desto glücklicher ist dein Gastgeber. Selbst wenn du eigentlich nicht mehr kannst, wird weiter angestoßen. Wer ablehnt, riskiert, dass es so aussieht, als wäre man unzufrieden. Also heißt es immer wieder: „Gan Bei!“, was wörtlich bedeutet: „Mach das Glas trocken!“ (*Was easy for me)
Tischmanieren in China

Essen in China

Wer glaubt, chinesisches Essen aus Österreich zu kennen, wird in Shanghai eines Besseren belehrt. Bei meinem ersten Geschäftsessen dort wurde mir das schlagartig klar. Allein das Setting war neu: Ein riesiger runder Tisch mit einer „Lazy Susan“ (diesem typischen Drehteller) in der Mitte. Jeder bedient sich bei jedem, was eigentlich eine tolle Sache ist – bis das Huhn kam. Es schwamm in einer Suppe und starrte mich mit Kopf und Füßen direkt an. Ehrlich gesagt hat mich der Anblick damals ziemlich geekelt. Da die echte chinesische Küche so gar nicht nach „Nummer 42 mit süß-saurer Soße“ schmeckte, blieb ich bei diesem Essen lieber bei den Klassikern: Reis und Frühlingsrollen.
Meine Heimatstadt in Österreich, Salzburg, hat etwa 157.558 Einwohner. Das erscheint im Vergleich zu Shanghai mehr als winzig. Ich könnte die guten Clubs dort nur an einer Hand abzählen, und selbst diese sind so gut wie nichts im Vergleich zu der schieren Auswahl, die man in Shanghai hat. Wenn wir am Wochenende in Salzburg unterwegs sind (Ngl, auch unter der Woche), sieht man oft Leute, die man schon kennt. Als ich zum ersten Mal in Shanghai Clubbing ging, war ich einfach erstaunt über die riesige Bandbreite von allem. Jeden Abend andere DJs, kostenloser Champagner, Leute aus der ganzen Welt. Letzteres hat mir am meisten daran gefallen, dort auszugehen.
Nachtleben in Shanghai

Going-out Communities

In einer Stadt wie Shanghai bleibt man nie lange allein. Es ist fast magisch, wie schnell man dort neue Freunde findet und in Kreise von Menschen eintaucht, deren Hintergründe unterschiedlicher nicht sein könnten. Mit der Zeit bildete sich um mich herum eine richtige „Going-out-Community“ – ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus aller Welt, der mit jedem Wochenende weiter anwuchs. Unser ungeschriebenes Gesetz war: Der Abend beginnt im „Windows Scoreboard“. Diese westliche Studentenbar war unser Headquarter. Dort trafen wir uns zwischen Billardtischen und lauter Musik, um bei den ersten Drinks Pläne zu schmieden, die Gruppe zu koordinieren und die nötige Energie für das zu sammeln, was noch kommen sollte.
Wenn du der Ausländer bist, der zusammen mit Chinesen isst, ermutigen sie dich immer, alles zu probieren, was auf dem Tisch liegt. Sie benutzen ihre Essstäbchen, um dich im Grunde zu füttern, und wenn du etwas magst, hören sie nie auf, deinen Teller zu füllen, auch wenn du nicht mehr essen kannst. (Erinnert mich an meine Oma oder meinem Dad).
Andererseits sind chinesische Besucher in Europa auch oft nicht so aufgeschlossen für westliches Essen. Wenn meine Mutter eine Delegation für die chinesische Regierung in Österreich leitete, musste sie immer gezielt nach chinesischen Restaurants suchen, weil sie nicht einmal von ihrem Wiener Schnitzel oder Schweinsbraten bissen.
Susan weist sehr gut auf den Unterschied zwischen unserer Kultur in Bezug auf das Essen hin: „To be frank, I prefer chinese food. Rice, noodles, dumplings. I don’t like Pizza, hamburgers and especially raw food. Altough together chinese guys like it I guess, because KFC, McDonalds are pretty popular in China.“ (Man muss allerdings klarstellen, dass selbst diese Fast-Food-Ketten im Vergleich zu Europa ganz anders schmecken, eher zugunsten der chinesischen Geschmacksnerven)
Einfach ausprobieren
Kaffee in China
Wir Westler sind ziemlich verrückt nach Kaffee. Es ist üblich, dass wir jeden Tag mindestens 2 Tassen Kaffee oder mehr trinken, aber für Chinesen ist es eher ein leistungssteigerndes Medikament. College-Studenten trinken gerne Kaffee, wenn sie sich auf ihre Prüfungen vorbereiten und die ganze Nacht wach bleiben müssen. Chinesische Familien servieren ihren Gästen meist Tee oder Teeblätter, während unsere Lieblingsfrage für Besucher vielleicht lautet: „Tee oder Kaffee?“.
Das trifft natürlich nicht auf alle zu, manche Menschen, vor allem junge Leute, bevorzugen Milch, Saft, Softdrinks oder einfach nur Wasser (das sie übrigens meistens warm bevorzugen).
Wenn ich Leute in Österreich frage, was sie über China denken, fallen meist die typischen Klischees: „Dort wird unsere Kleidung produziert“, „Es sind einfach so viele“ oder „Die kopieren doch alles“. Die meisten Antworten bestehen aus reinen Vorurteilen. Das ist zwar ein Stück weit verständlich, weil China so weit weg ist und man in der Schule vielleicht zu wenig über die dortige Geografie und Geschichte lernt, aber es wird dem Land nicht gerecht. Interessanterweise ist es umgekehrt genauso: Viele Chinesen haben noch nie von Österreich gehört. Wenn ich mich in meiner Schule in Shanghai vorstellte und sagte, dass ich aus Österreich komme, war die Standardreaktion meist: „Oh, Australia?“. Aber gut, ich schweife ab …
Fake Markets in China

China = Meister im Kopieren
Es stimmt bis zu einem gewissen Grad – Chinesen sind die Meister des Kopierens. Es ist erstaunlich, wie echt diese Repliken aussehen oder sich sogar anfühlen können. Die meisten Leute konnten nicht einmal den Unterschied erkennen. Wenn ich meinen Freunden in Österreich eine gute gefälschte Prada-Geldbörse mitbringen würde, würden sie es fast sicher nicht bemerken.
Sie können im Grunde alles kopieren – iPhones, Designerkleidung, Gemälde, Sonnenbrillen, Schmuck, Uhren usw. Es gibt sogar FAKE IKEAS, die genau gleich aussehen und die Möbel unter dem Markennamen verkaufen. Wusstest du, dass es in China mehr als 10 Harry-Potter-Bücher gibt? Schon mal was von „Harry Potter and the Chinese Porcelain Dol“ oder „Harry Potter and the Waterproof pearl gehört? Ob du es glaubst oder nicht, das ist eine echte Sache, und sie können sich nicht weniger um Urheberrechte kümmern. Einmal waren ich und meine Freunde bei Carrefour in Shanghai einkaufen und als wir herauskamen, wurden wir plötzlich von einem Chinesen angesprochen, der versuchte, uns sein brandneues iPhone 7 für 1000RMB zu verkaufen, das sind ungefähr 150 Euro – seems legit. Versteh mich nicht falsch, so schlimm ist es nicht. Viele Leute, auch ich, kaufen von Zeit zu Zeit gerne billige Designermarken.
10 Bänder Harry Potter

Kultur in China

Chinesisch zu lernen ist definitiv nicht einfach. Auch wenn man Chinesisch sprechen kann, gibt’s viele andere Dinge zu beachten. Wörter können in verschiedenen Situationen unterschiedliche Bedeutungen haben. Daher kann es auch zu Verwechslungen kommen. Wenn beispielsweise in WeChat eine Person einen Gesichtsausdruck z.B ein „Lächeln“ sendet, könnte der Empfänger das eher als geringschätzig statt freundlich empfinden. Und ich kann sagen, dass das Schreiben in chinesischen Schriftzeichen ein anderes Level von Schwierig ist.
China ist ein riesiges Land, und obwohl ihre Amtssprache Mandarin ist, gibt es viele verschiedene Dialekte, die über das Land verteilt sind. Manchmal sind sie so unterschiedlich, dass zwei Menschen, die beide effektiv Chinesisch sprechen, sich nicht einmal verstehen würden. (Erinnert mich auch an verschiedene Dialekte in Österreich)
Unser lateinisches Alphabet, in Englisch oder Deutsch, ist mit Buchstaben übersichtlich aufgebaut. Chinesische Schriftzeichen hingegen sind eher kleine Bilder, die die Bedeutung eines Wortes oder gar eines Satzes beschreiben. Wie schwierig andere Schulfächer auf Chinesisch sein können, zeigt eine kurze Anektode meiner chinesischen Freundin Susan: ”There was a foreign guy in my class and when we were having Maozedong thought class, we as native speakers sometimes couldn’t even understand all of it and have a difficult time in exams. I don’t know how he can deal with the exams. Or in other subjects like Linear Algebra, which is quite difficult. When we see foreign students in class, we consider them very brave.“
Schriftzeichen in China

Die zwei Seiten von China

Shanghai, Peking, Guangzhou und Shenzhen sind die am weitesten entwickelten Städte Chinas. Das Leben dort ist komfortabel und modernisiert. Aber du solltest wissen, dass es immer noch eine große Kluft zwischen Arm und Reich gibt. Der reichste Teil liegt an der Ostküste, dann kommt die Mitte von China und schließlich der westliche Teil. Manche Kinder in den westlichen Bergen können sich weder Kleidung noch Essen leisten. Ihnen fehlen auch Bildung und medizinische Ressourcen. Das Schlimmste daran ist, dass sich dies aufgrund der Urbanisierung wahrscheinlich nicht ändern wird. Menschen aus weniger wohlhabenden Städten oder Provinzen träumen alle davon, zu Großstädten wie Shanghai oder Peking zu kommen, um einfach einen anständigen Job zu finden und Geld für ihre armen Familien zu Hause zu verdienen. Ein Fun Fact, den ich über Shanghai gelernt habe, ist, dass die meisten Leute, die dort arbeiten, nicht wirklich aus Shanghai stammen. Eigentlich wie in vielen Städten.
Chinesische Kinder verbringen fast 20 Jahre für ihre Ausbildung. Eltern schenken der Bildung ihrer Kinder die größte Aufmerksamkeit. Es gibt diese „Du musst dich um nichts anderes kümmern als um dein Studium“-Mentalität, die ein grundlegender Bestandteil der chinesischen Kultur ist. Ich fragte Susan nach ihrer Schulzeit, sie kommt aus Rudong in der Provinz Jiangsu und ist eine gute Freundin unserer Familie: „Beginning from Primary school, i had always study, pass exams and fight for the best junior middle school, then high school, then university. The most difficult time is high schoo because that determines which university you get in. If i cant be admittet to a good university, my parents and I will be looked down upon. Nowadays, children are forced to take remedial or tutorial class during their holiday to get an advantage over other. I could never attend that because it was too expensive. At school, what students should do is listen to the teacher and remember all the content to get a high score at exams. We dont have a coloful amateur life and all students are used to living such life. Exam score is the most important thing for students. It is said the content leatn in high school is equal to university content abroad.“
Das ist eine völlig andere Denkweise, als wir es in der westlichen Kultur gewohnt sind. Meine persönliche Erfahrung an verschiedenen Schulen in Österreich hat gezeigt, dass eine erschreckende Anzahl von Schülern ihre Ausbildung nicht ganz so ernst nimmt. Das hat wahrscheinlich unterschiedliche Gründe. Zum einen macht es der Lebensstil oder der Lebensstandard in z.B Österreich weniger Konkurrenz zwischen den Schülern, da jeder eine halbwegs vernünftige Chance hat, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ein anderer Grund könnte der kulturelle/religiöse Hintergrund des Konfuzianismus sein, woher sie ihre strenge Arbeitsmoral haben, oder vielleicht sind ihre Eltern einfach viel strenger als unsere.
Bildung in China

Religionen in China

Die überwiegende Mehrheit der chinesischen Bürger hat keinen bestimmten Glauben oder keine bestimmte Religion, da wir sie einer organisierten Religion zuordnen würden. Sie haben ihre eigenen traditionellen Glaubensrichtungen, die sich zwischen Einzelpersonen oder Familien stark unterscheiden können. Es gibt unzählige Gottheiten und Unsterbliche, die sie als Schutzheilige verehren. Buddhismus und Atheismus sind tatsächlich die zweitgrößten Gruppen, gefolgt von Minderheiten wie Christentum und Islam. Ich habe meine liebe Freundin Susan, die in einer relativ kleinen (immer noch über eine Million Einwohner) Stadt auf dem Land lebt, erneut gebeten, uns etwas über die Religion und die Traditionen ihrer Heimatstadt zu erzählen: „As a Rudong local, I embrace in Buddhism, but people here n Nantong are not really obsessed with religion. Theres several temples here in Rudong. People will go there to pray on the fifth day of lunar New Year, which is the birthda of the Bodhisattva of wealth. For example, parents go to pray when their children are taking college entrance examination. For funerals, families invite several monks to chant for the deceased. The procedures can vary from region to region. Altough there are still some chinese who embrace other religions.“
Chinas Verfassung garantiert eine freie Religionswahl und die Regierung selbst ist offiziell atheistisch.
Nowadays, more and more Chinese celebrate Western festivals. Supermarkets take the opportunities to make promotions. We have a lot of foreigners and oversears students, who bring the costums to china. That really has pounded our traditional Chinese festivals. To some extent, we look forward to the festival just because we will get a holiday. How do I celebrate spring festival, you know, thats the most important festival in China. My family members gather together and have dinner. Then, from New Years Eve, residents here begin to play cards and young guys can also play cards or watch movies or go to KTV.” Das sagte Susan über ihre Erfahrungen mit der Übernahme der westlichen Kultur in China.
Feste in China

Chinese New Year

Ich erinnere mich, als ich mit meiner Familie einen Kurzurlaub in Hongkong machte. Wir haben „dort drüben“ das chinesische Neujahr gefeiert, weil alle anderen auch Shanghai über die Feiertage verließen.
Am ersten Tag hatten wir ein schönes Familienessen und bemerkten, dass auf den Straßen nicht viel los war. Am Sonntag, es war der 29. Januar, gab es in Victoria Bay ein riesiges Feuerwerk. Die Veranstaltung war für 20 Uhr angesetzt und unser Hotel war in der Nähe, also gingen wir ungefähr eine halbe Stunde vor Beginn dorthin. Wir konnten nicht glauben, was wir gesehen haben, als wir uns dem Hafen näherten. Enorme, und ich spreche über ENORME Menschenmassen strömten zum Wasser, um den besten Platz zu finden, um das Spektakel mit ihren Freunden und Lieben zu sehen. Es war mit Abstand eines der größten Feuerwerke, die ich je gesehen habe, aber in etwa zwanzig Minuten war das Ganze wieder vorbei.
Im Vergleich zu Österreich feiern wir nicht alle unsere Feiertage oder Feste in der Art wie die Chinesen. Außer Weihnachten, wo der ganze Monat Dezember mit christlichen Feiertagen belegt ist. Und vielleicht Ostern, aber das ist eher etwas für jüngere Kinder, wo sie nach Ostereiern und Geschenken in Form von Nestern suchen, die der berühmte Osterhase am Vortag versteckt hat. Man könnte sagen, unsere Feste haben eher einen religiösen Hintergrund, während chinesische Feiertage für alle da sind – das gefällt mir sehr.
China liebt die Feiertage
Marken in China

Obwohl wir sie als die Nachahmer der westlichen Welt kennen, legen die Chinesen immer noch viel Wert auf Marken, sie versuchen immer, die neueste Mode einzufangen. Vor allem Kinder und Jugendliche wollen nicht als arm oder veraltet gelten. Sie lassen gerne ihre Freunde oder Familie Kosmetik oder Luxusgüter aus dem Ausland kaufen. Es scheint, dass sie glauben, dass ausländische Waren besser sind als inländische. Ich weiß, wenn ich in Salzburg oft durch die Straßen lief, rennen viele chinesische Touristengruppen von einem Designerladen zum nächsten und machen dabei 7 Millionen Fotos. ????
Ich erinnere mich an den Tag, an dem ich in China ankam und unsere Wohnung betrat – das erste, was ich tun musste, war… Guess what? You’re right! Das Wifi-Passwort holen, um endlich wieder meine sozialen Netzwerke zu überprüfen. Aber dann war ich verwirrt, mein Facebook funktionierte nicht, weder Instagram noch Snapchat, nicht einmal Google reagierte. Also fragte ich meine Mutter, warum nichts funktioniert, aber sie lächelte mich nur an und sagte: „Natürlich brauchst du ein VPN, damit die meisten Apps funktionieren.“ Es stellte sich heraus, dass die chinesische Regierung dich daran hindert, diese „Evil American Apps“ zu verwenden, und du kannst nur darauf zugreifen, wenn du diese sogenannte „Great Firewall of China“ mit einem Proxy-Server oder VPN umgehst. Um es noch schlimmer zu machen, drosseln die meisten dieser Proxy-Programme deine Verbindungsgeschwindigkeit drastisch…Naja zumindest war das eine großartige Möglichkeit, Geduld zu üben.
Social Media und VPN in China
Die Smartphone Revolution
Smartphones sind für Chinesen wie eine Revolution, die ihr Leben komplett verändert hat. (Gleich wie bei uns, um fair zu sein). Es bringt nicht nur ihnen, sondern auch den westlichen Staaten viel Komfort. Vor allem in China ist man es gewohnt, einzukaufen, Essen zu bestellen und Gebühren für Strom zu bezahlen, ohne auch nur nach draußen gehen zu müssen. Sie reduzieren die Abhängigkeit von Computern erheblich, da Smartphones so viel bequemer mehr Service bieten können.
Susan sagte mir: „My Roomate even said, I can forget anything but my cellphone when I leave the house.“
Ich fragte sie, was sie für einige Nachteile von Smartphones empfindet: „My cousin, 22 years old, like all other young usy, likes to play all kinds of Video games on his phone, even when we gather together, he keeps playing games. My mother is angry and isists he should spend more time time communicating with us instead of staying with the cell phone. Even while we are eating dinner together, some guys keep doing something with their smartphones. I once read a piece of news which said a grandmother wanted her grandchild to visit him during the summer holidays, so she installed a wireless network to give him a reason to come.“
Ich muss sagen, das ist nicht nur in China ein Thema, sondern auch hier in Österreich. Die Leute verwenden WhatsApp, um zu kommunizieren und über Probleme zu reden, was zu vielen Missverständnissen führen kann. Die Leute sind einfach so abhängig von Social Media, dass sie keine Chance verpassen, ein Bild oder eine Story von allem zu machen.
Viele junge Menschen nutzen Social Media wie Instagram, Facebook oder Snapchat, um ihr Leben zu präsentieren und rund um die Uhr mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Natürlich ist es nicht so schlimm, mit geliebten Menschen aus verschiedenen Ländern in Kontakt bleiben zu können, aber leider vergessen wir, im Moment zu leben und richtig zu kommunizieren. Auf Youtube habe ich mir vor einiger Zeit ein Video angeschaut – es heißt „Look up“. Es geht um all die verpassten Chancen und wie Smartphones unser Leben kontrollieren. Das solltest du dir anschauen: https://www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=Z7dLU6fk9QY
Die Abhängigkeit von Social Media wächst
„My mother’s cellphone is not a smart one but now she insists to change into a smartphone because she feels like she lives in the past. Every time we get the chance, we take a look at our phone, now she wants to do it too. An we like to share our daily life on our phones, we post pictures and thoughts even if its only trifles. For me, every day in the morning after I wake up, the first thing is to take my phone and browse QQ and WeChat, especially WeChat dynamic. I guess this is the same for the other young Chinese too.”
Das Smartphone im Kinderwagen
Wenn du das nächste Mal nach draußen gehst, könntest du einfach auf die Straße gehen oder in ein Einkaufszentrum gehen, um die Leute zu beobachten, und du wirst leicht feststellen, dass sie ihren Kopf senken, um auf ihre Telefone zu starren, während sie gehen, in der U-Bahn warten oder sogar fahren. Manchmal ist es gefährlich, aber keine Lektion, kann diese Gewohnheit scheinbar ändern. So viele Leute wurden unkommunikativ, weil sie einfach zu daran gewöhnt waren, über Handys zu kommunizieren. Insbesondere Nachwuchskinder, die in den letzten 10 Jahren geboren wurden, sind stark gefährdet. Ich sehe viele 3-6-Jährige, die Spiele auf ihren Handys oder Tablets gamen, anstatt draußen zu spielen. Als ich in der Grundschule war, hatte fast kein Kind ein eigenes Telefon, aber heutzutage ist es üblich, dass Schüler mit 7 oder 8 Jahren ihr eigenes persönliches Smartphone bekommen und es ziemlich geschickt benutzen, weil es viel früher in ihre Vision gekommen ist.
Die Besessenheit mit Telefonen führt zu so vielen Problemen. Bewegungsmangel, Kurzsichtigkeit, Buckel sind nur ein Bruchteil.
Wie auch immer, wir alle wissen, dass es ein großes Thema in der heutigen Generation ist und nicht nur in China, wir können daran nicht wirklich viel ändern, da die Technologie ständig voranschreitet. Und das ist auch gut so, aber was wir tun können, ist, geduldiger zu sein und immer daran zu denken, und uns zu fragen, ob es wirklich notwendig ist, gerade jetzt zu aufs Handy zu blicken.
Wenn wir eines Tages alt sind, möchten wir uns alle an ein Leben mit vielen guten Erinnerungen und Erfahrungen erinnern. Also, ich sage nicht, dass du keine Bilder machen und Sachen posten solltest, aber vergiss nicht, dass du auch ein echtes Leben hast, das dir viel Lachen und gute Erinnerungen bescheren kann, du solltest das Leben nicht nur durch die Linsen eines Smartphones erleben.
