Was ich an Österreich liebe und was nicht

Ich bin zu 50% Deutsche, lebe in Österreich, aber Jodeln kann ich leider immer noch nicht. 🙂 Ich arbeite mit meinem Team so übers Jahr verteilt zu mindestens 70% Digital. Deshalb leben wir ein bisschen wie globale Nomaden. Mein derzeitiger Lebensmittelpunkt ist zwischen Salzburg, München und Desenzano in Italien.

Meine Wurzeln

Sauberkeit

Deutsche sind bekanntlich blitzsauber.

Ich denke, das ist es, was die westliche Zivilisation so großartig macht, zum Teil die erbliche Eigenschaft, dass du für etwas verantwortlich bist, das größer ist als du selbst und deine unmittelbare Familie, und von dir wird erwartet, dass du deine Rolle dabei spielst, auch wenn es so scheinbar trivial ist wie grundlegende Sauberkeit.

Es ist der gleiche Bürgerstolz, der das zerbombte Dach des Stephansdoms nur mit lokalen Ressourcen wieder aufgebaut hat, als die Bewohner nach vier Jahren Krieg verzweifelt verarmten und viele von ihnen obdachlos und verhungerten. Sie bettelten nicht mit Hut in der Hand um Geld von ihren „Besseren“… sie gingen hinaus und machten es selbst, weil es „ihr“ war. Dom.

Abgesehen davon ist Österreich ein sehr sicherer Ort (es gibt weniger als 100 Morde pro Jahr).

Die Winter

Krampusläufe

Die Tradition der Krampusumzüge reicht in Österreich viele Jahrhunderte zurück. In den Städten und Dörfern der Region finden Anfang Dezember wilde Zeremonien statt, wenn einheimische als diese furchterregenden, halb Ziege, halb Dämon verkleideten Charaktere durch die Straßen sausen und die Kinder bestraft, die sich das ganze Jahr über schlecht benommen haben. Anstatt dass der Nikolaus oder (Weihnachtsmann) einen Klumpen Kohle im Strumpf lässt, wenn du in Nordamerika ungezogen bist, werden die Kinder(Erwachsene ebenso) Österreichs von diesen schrecklichen Dämonen, die Anfang Dezember durch die Straßen streifen, ausgepeitscht und bestraft.

Obwohl ich das Gefühl habe, dir einen Horrorroman zu schreiben, ist der Krampuslauf eines der coolsten, wildesten und adrenalingeladensten Erlebnisse meines Lebens. Ich finde, dass dies definitiv etwas ist, das du auf deine Reiseerlebnisliste bei einem Besuch in Österreich im Winter, unbedingt hinzufügen solltest.

Weihnachtsmärkte

Von Mitte November bis Ende des Jahres findet man in Österreich romantische Weihnachtsmärkte. Glitzernde Lichter, saisonale Leckereien und schneebedeckte Dächer sorgen für ein magisches Erlebnis in Österreichs Städten und Gemeinden.

Christkindlmärkte in Österreich bieten verschiedenes Kunsthandwerk und traditionelle Süßigkeiten, die sich vom größeren Nachbarn des Landes im Norden unterscheiden.

Der Duft von Punsch, gerösteten Mandeln, heiß gerösteten Kastanien und frisch gebackenen Äpfeln zaubert mir jedes Jahr aufs Neue das Gefühl von Weihnachten ins Herz.

Fun Fact: Der Weihnachtsbaum wurde sogar zuerst von österreichischen Royals ins Haus gebracht und die Schneekugel wurde in Wien erfunden, damit Österreich ein oder zwei Dinge über Weihnachten weiß.

Wintersport

Wenn sich die frischgrünen Almwiesen und die Wanderwege der Alpengipfel verschneien, wird der Winter in Österreich zu einer ganz anderen Spiellandschaft. Über 15 Regionen in Österreich haben umweltfreundliche Aktivitäten etabliert, die uns die Natur näher bringen und beweisen, dass Österreichs Skigebiete und das Umland noch viel mehr bieten und Winterurlaub in Österreich nicht auf traditionelle Skitage beschränkt sein muss.

Architektur

Architektur-Ein Wort: Schloss Schönbrunn. Okay, das sind zwei Worte, aber meiner Meinung nach ist es beeindruckender als Versailles oder Madrids Königspalast. Barocke Lebensart und die Präsenz von Altbauten sind selbstverständlich, wenn man in Salzburg aufwächst, ist es aber nicht. Oder Wien, du kannst das Belvedere immer besuchen, wenn du etwas Großes im Ring sehen möchtest. In der Altstadt gibt es einfach kein „schlechtes Aussehen“: Egal welche Gasse man durchwandert, man wird von wunderschön restaurierten neoklassizistischen Gebäuden begrüßt. Und das Meisterwerk des Stephansdoms oder die überbordende Rokoko-Ausstrahlung der Karlskirche sind kaum zu übersehen. Wien aber auch Salzburg ist die meiner Meinung nach die Definition von architektonischem Augenschmaus.

Kulinarik

Das Essen, Sacher Torte, so dunkel und satt und feucht, dass jeder Bissen ein Fest für die Sinne ist. Kaiserschmarrn, Käsespätzle, Frittatensuppe….

Natur

Natürliche Schönheit und Vielfalt: Leicht zu glauben, die österreichischen Alpen zerreißen das Land in dramatische Stücke, fügen Seen, Sümpfe, Hügel und Gletscher unter anderen dramatischen Merkmalen hinzu. Fast 50 Prozent Österreichs sind Wald und Europas größter Nationalpark (Hohe Tauern) ist nur einer von mehreren im Land.

Geografische Lage

Österreich im Herzen Europas

Österreich befindet sich im Herzen Europas und daher an der Kreuzung mehrerer europäischer Kulturen und Ethnien und fügt ein breites Spektrum an Traditionen hinzu.

Was ich nicht so an Österreich liebe..

Unhöflichkeit

Nach mehreren Jahren in Shanghai kommen mir Österreicher oftmals unhöflich vor. Sei es der mürrische Busfahrer, der Kellner in einem Restaurant oder die seltsame alte Dame im Zug – vor Schimpfworten oder Beschwerden ist man nie sicher. Wenigstens verbergen die Leute nicht, was sie denken…

Einschränkungen

Österreich ist ein kleines Land – es ist nicht winzig, bietet aber gerade für junge Leute sehr begrenzte Möglichkeiten. Es fühlt sich leicht ein bisschen eng an, zumal Österreicher dazu neigen, sehr unflexibel zu sein und sich unwohl fühlen, über ihr Land hinauszukommen.

Zu nationalistisch und konservativ

Hurra auf österreichisches Deutsch, aber landesweite Mängel in Englisch schränken die Aufgeschlossenheit ein und halten viele kluge Leute vom Leben in Österreich ab.

"Attached to nothing, connected to everything."

— Alice Marlene Ullrich—